Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die staatsbürgerliche Bildung der Frauen innerhalb der Reeducation Politik der amerikanischen Militärregierung eine wichtige Rolle ein. Hessen war das einzige Land, in dem mit Mitteln aus der „Marshallplanhilfe“ am 1.10.1950 eine frauenspezifische Bildungseinrichtung, das Büro für Frauenfragen, gegründet wurde. Von hier aus wurden landesweit Lehrgänge zur Kommunalpolitik durchgeführt, Informationsbroschüren zur politischen Bildung veröffentlicht und Kandidatenbefragungen vor Wahlen organisiert.

Nach dem Auslaufen der amerikanischen Fördermittel zum Jahresende 1952 setzten sich sämtliche weibliche Landtagsabgeordnete über alle Parteigrenzen hinweg in einem interfraktionellen Antrag erfolgreich für die finanzielle Absicherung des Büros durch die hessische Landesregierung ein.

Als Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit e.V. am 23.2.1953 in deutscher Trägerschaft neugegründet und finanziell durch die hessische Landesregierung abgesichert, stellt das Büro bis zum heutigen Tag eine bundesweit einzigartige Einrichtung dar.